Ich bedaure, dass die Geisteswissenschaften keinen guten Ruf haben. Zentral finde ich, dass man sich über die Kommunikation der Forschung mit der Gesellschaft Gedanken macht.

Das kann allmählich das Image dieser Wissensgebiete verbessern. Oftmals ist es für die Geisteswissenschaftler nach Studienabschluss schwer, eine angemessene Arbeit zu finden. Menschen sitzen auf befristeten Projektstellen und die Strukturen an den Unis erschweren die Förderung des Nachwuchses. Die heutigen Studierenden befinden sich ebenfalls unter Druck, an das Uni-System angepasst zu sein, glatt mit guten Noten durchzukommen. Ich möchte den jungen Menschen Mut machen, Umwege zu gehen, Schleifen, mal zurück zu schauen – auch das können einem die Geisteswissenschaften beibringen. Sie machen neugierig darauf zu verstehen, wer wir so sind.

Gerade heute brauchen wir Personen, die unkonventionelle Ideen entwickeln, selbständig denken, Informationen analysieren, bewerten und erklären können. Wir brauchen Methoden zur Orientierung oder zumindest Gedanken dazu, wie wir mit Orientierungslosigkeit umgehen sollen. Wir brauchen auch Personen, die Verantwortung tragen wollen, um Fehlentscheidungen und Fehlentwicklungen zu erkennen, zu korrigieren und Alternativen zu durchdenken. Das fehlt meiner Meinung nach oftmals in der Politik und in den manchmal zu schnelllebigen Medien. Da könnte die Geisteswissenschaft eine viel größere Rolle spielen. Ich denke, dass gerade ein geisteswissenschaftliches Studium hilft sich in Komplexität und Überkomplexität zu orientieren.

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